Blues, Jazz & Schnaff

Das Schnaff-Flügelhorn

(Bilder von Nikolaus Müller)
Nein, wir haben uns Corona nicht gewünscht. Aber wir freuen uns, dass wir zur rechten Zeit das Haus Eifgen übernommen haben, um nun im Biergarten die ersten Konzerte unter freiem Himmel anzubieten. Als wir mit den Brüdern Wasserfuhr vor über einem Jahr das “Schnafftival” planten und buchten, konnten wir nicht ahnen, dass uns eine weltweite Pandemie einen dicken Strich durch die Rechnung machen würde. Geplant war ein Jazz Konzert des Wasserfuhr Ensembles am Samstag, gefolgt von einem Oberkrainer Happening am Samstag unter Mitwirkung der gesamten Wasserfuhr-Familie als “Klinik-Krainer”. Als im Juli wieder Konzerte mit 100 Personen im Freien gestattet wurden, haben wir spontan umgeplant: zwei Jazzkonzerte am Samstag, musikalischer Frühschoppen am Sonntag. Und siehe da: es funktionierte. Die Bierbänke zur Bühne ausgerichtet (erbaut von Fa. Rombach Gerüstbau und Thomas Behle, danke an D. Stöcker für die fachmännische Sturmsicherung), konnten bis 120 Besucher mit gebührendem Abstand platziert werden.

Schon am Freitag startete Blue George mit seinem jazzigen Bluestrio bei hochsommerlichen Temparaturen, und man konnte sich überhaupt nicht vorstellen, dass am Rest des Wochenende regnen sollte.

Nachdem schon Klavierbauer Peter Stolz für das Les Searle Konzert am 19. Juli ein Klavier kostenlos zur Verfügung gestellt hatte, lieferte nun Piano Faust aus Wuppertal einen sehr teuren Bechstein Flügel um 7 Uhr in der Früh an. Bei strömendem Regen! Bis 11 Uhr stand er gut eingepackt auf der Bühne und wartete auf unsere Entscheidung, die Konzerte mit kleinerem Publikum im Haus durchzuführen. Aber ab 12 Uhr wurde es trocken – und so blieb es auch bis zum Schluss.

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Klinik Krainer©Nikolaus Müller

Alle Besucher erlebten gut aufgelegte Musiker, die sich nach 5-monatiger Bühnenabstinenz alles aus dem Leib spielte, was ihre Kreativität in der Corona-Pause entwickelt hatte. Doch damit nicht genug: lange nachdem die letzten Zuschauer ihren Platz unter den Kastanien verließen, warfen sie im Haus die Orgel an und legten eine nicht ganz ernst gemeinte Free-Jam auf die Bühne. Die ca. 20 ehrenamtlichen Helfer waren ununterbrochen im Einsatz, um die Gäste mit Speis (aus eigener Küche) und Trank (aus der Schnaff-Brauerei der Wasserfuhrs) zu versorgen. Ihnen gebührt ein großes Lob. Zitat einer Besucherin: “Es ist unglaublich, was Ihre Leute hier machen und wie Sie hier bei allem Stress die Ruhe bewahren und auf die Einhaltung der Hygieneregeln achten! Sogar auf den Toiletten war ein junger Mann im Einsatz und putzte und desinfizierte alles, einschließlich der Türklinken! Wo gibt es die Aufnahmeanträge?” Und weil es allen so gut gefallen hat, wollen wir das gerne zu einem jährlichen Event machen – hoffentlich ohne Corona. Danke an alle unermüdlichen Helfer*innen.

Und danke auch an die Pavillons, die uns von Mitgliedern geliehen wurden, die 200 kostenlosen Brötchen der Bäckerei Bauer, die Installation und Überwachung der elektrischen Leitungen durch Karsten Schneider.

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