Ein Kontrabass im ewigen Schnee

Text: Alfred Karnowka, Bild Michael Dierks

„Im ewigen Schnee“, so bezeichnen Streicher die höchsten Regionen ihres Instruments, wo z.B. ein Kontrabass in Bereiche vordringt, die eigentlich Bratsche und Geige vorbehalten sind. Renaud Garcia Fons, der am Samstag zusammen mit seiner Frau Claire Antonini (Theorbe) im Haus Eifgen gastierte, fühlt sich in diesen extrem schwierigen Lagen offenbar pudelwohl. Mit lupenreiner Intonation, frappierender Virtuosität, wunderbar warmem Ton und mitreißender Musikalität zog er das kleine aber höchst enthusiastische Publikum von den ersten Tönen an in seinen Bann, kongenial begleitet von seiner Frau Claire, einer weltweit geschätzten Lautenistin und Fachfrau für Alte Musik.

Beide präsentierten ihr Duo-Programm „Farangi“ mit Kompositionen von Garcia Fons, wobei viele Stücke auf barocker Musik basieren (Kapsberger, Vieux Gaultier), diese jedoch mit Einflüssen aus Jazz, Welt- und orientalischer Musik verbinden. Da klingt der Kontrabass manchmal wie ein arabischer Ud, dann wieder wie ein afrikanischer Gúlúm, da münden wunderschöne barocke Tanzmelodien in ekstatische und höchst virtuose Improvisationen.

Dem Publikum bleibt nur, diesen beiden Weltstars hingerissen und staunend zu lauschen und Garcia Fons in Dimensionen des Kontrabassspiels zu begleiten, die man vorher nicht für möglich gehalten hat.

Nicht enden wollender Applaus.

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