PhilCa #11

Text: Thomas Wintgen, Fotos: Anne Schulte

Das gut besuchte elfte Philosophische Café in Haus Eifgen widmete sich dem Thema „Die Künstliche Intelligenz (KI), der Mensch und sein freier Wille“. Joachim Schulte und Uwe Christoph hatten dazu den aus Wermelskirchen stammenden emeritierten Hochschul-Dozenten Dr. Wolf-Dietmar Oberhoff (80) gewonnen.

Der langjährige Manager bei IBM, der Lehraufträge (Wirtschaftsinformatik) in Moskau wie in den USA hatte, vertrat einen optimistischen Ausblick, solange der Umgang mit KI ein verantwortungsvoller sei. Für den Psychiater und Philosophen Karl Jaspers war das „Gewissen die höchste Sanktionsinstanz. Nur Menschen“, fuhr Oberhoff fort, „verfügen über die Fähigkeit, zu bereuen und sich zu schämen“. Das gelte jedenfalls für die meisten Menschen…

Um Zeit zu sparen für die Diskussion machte Joachim Schulte seinen „Gegenpart“ contra KI kurz an drei Thesen fest: Erstens dem Geist aus der Flasche… „Was einmal als Idee öffentlich gedacht ist, kann nicht mehr annulliert werden. Die Gestalt der neuen Vorstellung entfacht ein ungeheures Eigenleben. Die wirkliche Gefahr liegt in der schleichenden Überlagerung unserer Denkstrukturen durch IT-Methodik.“

Oberhoff (stehend) war 25 Jahre im IBM-Management tätig, hielt Gast-Vorlesungen in den USA wie im Moskauer Kreml und dozierte zum Abschluss lange in Heidelberg. Fotos: Anne Schulte

Algorithmen als autonome, selbstlernende und das Gelernte transferierende Entscheidungsinstanzen dringen virulent aus der technischen Sphäre in gesellschaftsrelevante Lebensbereiche ein – eher harmlos in der Industrie, eher problematisch in Bereichen wie Gesundheitswesen, Personal-Auslese, Geld-Wirtschaft, Energieversorgung, nicht zuletzt Politik und Militär.

Weil ihre sich ständig optimierenden Begründungs-Zusammenhänge den menschlichen Anwendern verschlossen bleiben, löse sich die Kontroll-Bedingung auf – nicht nur die des Individuums, sondern auch seiner vermeintlich lenkenden Instanzen. Der Idee des selbstverantwortlichen und schuldfähigen Individuums entzieht sich schleichend das Fundament. Nicht umsonst, so Schulte, halten etliche Wissenschaftler eine „entfesselte KI“ für die „größte Bedrohung, der wir als Zivilgesellschaft gegenüberstehen“.

Lesen Sie den ganzen Bericht von Thomas Wintgen hier.

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